Range Rover

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Durch den Wunsch Land Rovers endlich auch in dem wichtigen amerikanischen Markt bestehen zu können, wurde ein Fahrzeug entwickelt, welches damals vielleicht als Nischenprodukt für einen Nischenmarkt bezeichnet werden konnte. De facto schuf es aber durch seinen Erfolg einen komplett neuen Typ von Fahrzeug und den Markt dafür, das SUV (Sports Utility Vehicle).

Geschichte

Von der Idee bis zum ersten Modell

Schon sehr früh beunruhigte die Gebrüder Wilks die Befürchtung, dass eine anziehende Wirtschaft nach dem Krieg den Verkauf des bisher einzigen Modells, der Land Rover Serie I, bremsen würde, da die Menschen dann mehr nach komfortablen Fahrzeugen fragen würden. Dies führte zu der Überlegung ein solches Fahrzeug ebenfalls zu entwickeln um es im im Programm zu haben. So entstand bereits Ende 1948 ein Konzeptwagen Station Wagon, der auch tatsächlich zum Verkauf angeboten wurde. Er floppte jedoch, es wurden nur 641 Einheiten hergestellt und 1951 verschwand er vom Markt.

Der Road Rover

Der nächste Schritt in die Richtung eines höherwertigen 4x4 Wagens mündete 1951 dann in den Road Rover, der jedoch nicht auf dem Land Rover Chassis sondern auf dem des Rover P4 beruhte und auch nur dessen Zweiradantrieb an der Hinterachse übernahm. Wie die Serie Modelle bestand der erste Karosserieentwurf aus flachen, geraden Karosserieteilen und die vorderen Kotflügel erinnerten sogar an die der späteren Serie Fahrzeuge, die die Scheinwerfer in den Kotflügeln haben. Mittlerweile liess jedoch der anhaltende Erfolg der Serie Modelle die Notwendigkeit eines höherwertigen Fahrzeugs im Hintergrund verschwinden. Aber nicht bei den Wilks Brüdern. Sie verfolgten weiterhin das Konzept eines bequemen Allradwagens. Der Erfolg des P4 bei Rover band jedoch die Kräfte dort und so geriet der Road Rover wieder in den Hintergrund. Dennoch nicht vergessen wurde er zunächst in eine Fortführung der Serie II entwickelt bis dann entschieden wurde ihn an den erfolgreichen Rover P4 anzulehnen und so als Limousine auf den Markt zu bringen. Somit hatte Land Rover erst einmal den Entwurf für ein andersartiges Fahrzeug verloren.

Zweiter Anlauf

1964 wandte sich Rover dem amerikanischen Markt zu und suchte ein erfolgreiches Modell für diesen Markt. Der Erfolg des Ford Bronco und des Jeep Wagoneer sowie große Zuwachsraten in diesem Fahrzeugsegment, erinnerte Rover daran, dass dies eigentlich einmal der Zielmarkt des Road Rover gewesen war. Nun fing man an dieses Konzept noch einmal aufzugreifen und diesesmal, um einen luxeriösen Allradwagen zu konzipieren. Auf der Suche nach einem Motor entschied man sich 1966 für den gerade neu eingekauften V8 mit Aluminiumblock, da er leichter als das zur Verfügung stehende 3 L Aggregat war. Intern hiess der Wagen nun 100-inch Station Wagon, da er eine Achsendistanz von 99,9 Inch hatte. 1967 gab es dann den ersten Entwurf in voller Größe, der dem späteren Range Rover schon sehr ähnlich sah. Zunächst sollte die Karosse nur eine Hülle für die Technik sein, aber die Designer halfen schon mit um ein Gefühl für die Proportionen zu geben. Dem Management gefiel dieser Entwurf so, dass sie diesen weiterentwickelt haben wollten. Im September 1967 war nun der erste voll fahrtüchtige 1:1 Prototyp fertig und 1968 wurde das Design beendet und für die Produktion freigegeben. Nun begannen die Testfahrten mit den Prototypen.

Der Range Rover ist da, Range Rover Classic

1970, 22 Jahre nach dem ersten Fahrzeug von Land Rover, der Serie I stellte der Autobauer sein zweites Modell vor, der den Namen Range Rover trug. Zu dem damaligen stolzen Preis von 1.998 britischen Pfund, was umgerechnet 17.462 DM oder 8.932 EUR zu dem damaligen Wechselkurs von 8,74 DM pro Pfund ist, erwarb man ein Universalfahrzeug. Noch nicht so luxeriös wie man ihn später bekam, aber voll geländegängig, eine Reiselimousine und ein Kombi in einem Fahrzeug. Bereits 1971 schaffte er es als einziges Auto der Welt in einem Museum als automobile Kunst ausgestellt zu werden, dazu noch in einem berühmten, dem Louvre in Paris. Für sein Design zeichnen sich Charles Spencer King, Gordon Bachford und David Bache verantwortlich. Er erhielt im Gegensatz zu den bisherigen Fahrzeugen Schrauben- anstatt Blattfedern. Der erste Motor war ein Rover-V8. 26 Jahre blieb er so weitestgehend unverändert, länger als jede Serie. Es gab nur kleine Änderungen, wie Stoffbezüge oder Heckscheibenwischer, automatische Sicherheitsgurte (ab 1973). 1981 kam dann ein überaus erfolgreicher Viertürer dazu und ab nun waren die Schriftzüge geklebt und nicht mehr gesteckt, was dem Rostschutz zuträglich war. 1987 gab es kleine Designänderungen, wie ein Frontspoiler, die für den amerikanischen Markt vorgenommen wurden, Land Rover Projektname Eagle. Diese Variante wurde dann auch die am besten ausgestattete und wartete mit Leder- und Holzinterieur auf.

Erstmals großes Aufsehen erregte der Range Rover bei der vom 03. Dezember 1971 bis zum 10. Juni 1972 durchgeführten British Trans-Americas Expedition. Diese führte von Alaska bis nach Feuerland. Erstmalig wurde diese Strecke an einem Stück gefahren, wobei das besondere daran die Durchquerung des Darien Sumpfgebiets war. Mit dabei war auch noch ein gebrauchtes 88" Serie Fahrzeug, welches erst vor-Ort erworben wurde. Sie brauchten für dieses Teilstück 99 Tage und etwas Unterstützung. Es gab ein kleines Reparaturteam mit Ersatzteilen, welches eingeflogen wurde. 1960 ist die Durchquerung des Sumpfs bereits zwei Engländern ebenfalls mit einer 88" Serie und ohne Hilfe gelungen. 1979 gewann dann der "Classic" die erste Rally Paris-Dakar und 1981 ein zweites mal. 1989 bekam er dann als erstes 4x4 Fahrzeug weltweit ein ABS Bremssystem.

LSE

Ende 1992 wurde das bis dahin luxeriöseste Modell mit verlängertem Radstand von 247 cm, der Range Rover LSE (County LWB in den USA), auf den Markt gebracht. Dieser war mit einem 4,2 L V8 Motor versehen und besaß zudem, als erstes 4x4 Fahrzeug überhaupt, eine Luftfederung und eine elektronische Traktionskontrolle ETC. Im Februar 1996 lief der letzte Range Rover Classic vom Band. Da bereits 18 Monate der Nachfolger Range Rover P38a gebaut wurde, entstanden die letzen Classic Modelle nahezu in Handarbeit auf einem Nebenband.

P38a

In Land Rover Werk Solihull gibt es ein Gebäude mit der Nummer 38a. Hier wurden die ersten Arbeiten an der 1994, 24 Jahre nach der Premiere der ersten Generation, veröffentlichten 2. Modellgeneration des Range Rover durchgeführt und gab dem Fahrzeug den Namen: P38a. Er zielte direkt auf den Premiumbereich. Die Special Vehicles Abteilung offerierte das Autobiography Paket, welches sogar ein Navigationsgerät, das Philips CARIN-GPS, enthielt. Dies machte den P38a zum einzigen Allradfahrzeug mit Navigation weltweit. Zum P38a gab es dann auch einige Sondermodelle: 30th Anniversary, Holland and Holland und der Linley. Letzterer knackte die magische Neupreisgrenze von £100.000 britischen Pfund. 1998 wurde er mit dem Thor-V8 versehen, der auch im Discovery II werkelte.

L322

2001 wurde dann die 3. Generation Range Rover auf den Markt gebracht, der L322. Entwicklungsleiter noch unter BMW war Dr. Wolfgang Reitzle bis er BMW verließ und zu Ford wechselte. Als Land Rover 2000 an Ford verkauft wurde, wurde dieses Auto somit wieder sein Projekt. Die Entwicklung hat Schätzungen nach ca. 1,5 Mrd. Euro gekostet, womit er der bisher teuerste britische Wagen wäre.
Der L322 konnte einen stattlichen Erfolg verbuchen und machte die €1,5 Mrd. Entwicklungskosten wieder wett. Erstmals wurde er in Skibo Castle der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei durften Fachjournalisten den Wagen 2 Tage lang über 350 KM weit über eine Teststrecke bewegen.

L405

Range Rover IV
Interieur
Die vierte Generation des Range Rover, die am 06. September 2012 in London Premiere hatte, ist durch die verwendete Aluminiumkarosserie rund 420 kg leichter als seine Vorgänger. Es ist der erste Geländewagen der Welt, der eine vollständige Monocoque Aluminiumkarosserie besitzt. Es soll eine verlängerte Version, ggf. mit dritter Sitzreihe geben. Die bestehenden Motoren werden ersteinmal übernommen, leisten aber mehr: 530 PS für den V8 mit Kompressor und 340 PS für den 8 Zylinder Diesel.

Die primäre Linie des Fahrzeugs wurde beibehalten. Die Frontpartie wurde neu gestaltet, so ist der Stoßfänger jetzt integriert. Die seitlichen Kiemen sind vom Kotflügel in die Türen verlegt worden.
Die statischen Armaturen wichen einem frei gestaltbaren Display.



Sport

Hauptsächlich auf dem deutschen Nürburgring wurde der jüngste Range Rover, der Range Rover Sport von der Fahrwerksseite her getestet. Diese sportliche Variante, die dennoch ihre Geländetauglichkeit bewahrte, kommt mit einem 4,2 L V8 und Kompressor daher. Mit strammerem Fahrwerk und Active Roll Control System wurde er als Sport-SUV im Markt platziert. 2006 war es das am meisten verkaufte Fahrzeugmodell aus dem Hause Land Rover. Seine Basis ist die verkürzte Variante der T5 Plattform des Discovery 3/LR3. Mit der vierten Generation, die Ende 2013 auf den Markt kommen wird, basiert auch der Sport auf einer eigenen Plattform.

Prototypen

100-inch Station Wagon
Im Januar 1967 gebaut, im wesentlichen nur für das Testen der Fahrzeugtechnik gedacht und mit einer schnell entwickelten Karosserie versehen, die jedoch dem späteren Modell sehr nahe kam.
LR100/6
Ein 1969 gebauter Prototyp für die Erprobung auf Langstrecken. Dort auf der Motohaube, wo später der Schriftzug RANGE ROVER prankte, stand hier nur VELAR. Es ist nicht ganz klar was dieses Wort bedeutete. Man vermutet entweder ein Kunstwort für "V(ee) Eight Land Rover" oder für das lateinische Wort "velare" welches "verbergen" bedeutet. Letzteres scheint die wahrscheinlichere Variante zu sein. Er existiert noch und ist der älteste Range Rover. Er besaß im Gegensatz zu den Serienfahrzeugen eine Motorhaube aus Aluminium.

Modelle

  • Range Rover Classic
    Gebaut von 1970 bis 1996
  • Range Rover P38a
    Gebaut von 1994 bis
  • Range Rover L322
  • Range Rover Sport

Zivile Varianten

Sondereditionen

  • CSK
    1990 mit einer Stückzahl von 200 aufgelegt, besaß er Querstabilistoren und eine neue elektronischer Steuerung, die dem 3,9 L V8 mehr Leistung gab. CSK ist dass Kürzel des Land Rover Designers Charles Spencer King.

Militär

Behörden

  • London Metropolitan Police

Technik

Motoren

Rahmen

Antrieb

Fahrwerk / Achsen

Einzelnachweise

Literatur

  • Nick Dimbleby: Das grosse Land Rover Buch. Heel, Gut Pottscheid 2008, 978-3-89880-946-7.
  • James Taylor: Range Rover The First Generation. Crowood, 2002, ISBN 1861265549, ISBN 978-1861265548.

Weiterführende Links