Ambulanz

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Auf Basis von diverser Land Rover Serie, Defender, Discovery und Range Rover Rahmen wurden bzw. werden immer noch Ambulanzfahrzeuge für den zivilien und miltärischen Bereich gefertigt. Gerade die auf Serie und Defender basierten Fahrzeuge sind nach ihrem Dienst beliebte Objekte für den Umbau zum Wohnmobil, bedingt durch den Kabinenaufbau.

Zivile Ambulanzen

Serie II

Serie II Ambulanz von 1969



Serie III

Ursprünglich gab es drei von Land Rover zertifizierte Hersteller für Ambulanzfahrzeuge auf Basis der Serie III 109":

Für den vierten Hersteller Freight Bonallack ist die Zertifizierung unklar. Zusätzlich gab es noch einen Eigenbau des West Yorkshire Metropolitan Ambulance" Dienstes, der 1984 eine eigene Ambulanz auf 88" Basis baute.

Defender Td4

Militär

Unter anderem setzen bzw. setzten die folgenden Streitkräfte Land Rover Ambulanzfahrzeuge ein:

  • Royal Australian Army Medical Corps (RAAMC)
  • British Army
  • Holländische Armee

Land Rover Battlefield Ambulance

Australien

LP SII RAAMC Trial 1.jpg
1956 entwickelte die australische Armee neue Spezifikationen für ein Ambulanzfahrzeug, da die vorhandene Flotte auf Basis des Chassis mit Kabine von Chevrolet und Ford mittlerweile veraltet war. Man lehnte sich dabei stark an den Anforderungskatalog der britischen Armee an. Waren die bisherigen Fahrzeuge bisher 3 Tonnen schwer verlangten die erwarteten Einsatzszenarien leichtere Modelle und so wurde ein Gewicht von 1 Tonne und Allradantrieb als eine Forderung festgelegt.
Zunächst zog man amerikanische Typen und ein im Inland hergestelltes Fahrzeug von International Harvester in Betracht, wobei letzteres, eine leichte und kürzere Version eines 3 Tonnen Allzweckfahrzeugs welches gerade in Entwicklung für die Armee war, der Kandidat der Wahl gewesen ist. Bis 1958, als Angehörige der australischen Armee Großbritannien besuchten und dort den ¾ Tonnen Land Rover Serie II auf 109 inch Basis vorgestellt bekamen, der für den Export nach Australien vorgesehen war. Da die Armee sowieso das ¼ Tonnen Modell auf 88 inch Basis für andere Zwecke ins Auge gefasst hatte, lag es nahe, das Land Rover Modell nun auch als Ambulanzfahrzeug in Betracht zu ziehen. Im August gelangte man dann zu der Ansicht, dass das Serie II Modell aufgrund seiner kleineren Abmessungen, dem geringeren Gewicht und den niedrigeren Anschaffungs- und Wartungskosten die richtige Wahl sei. Die Beschaffung hing jedoch noch von der wahl des ¼ Tonnen Fahrzeugs ab und ob dass ¾ Tonnen Modell tatsächlich den Anforderungen an ein Ambulanzfahrzeug gerecht wird. So wurde parallel an den beiden möglichen Lösungen gearbeitet, dem 3 Tonnen Modell und dem von Land Rover.
LP SII RAAMC Indian-Modell 1.jpg
Durch die Entscheidung nun das Land Rover Serie II 88 inch Modell als neues Transportfahrzeug zu nutzen und die Bedenken der Sanitätstruppe, dass das 3 Tonnen Modell zu schwer sei, konzentrierte man sich nun auf das 109 inch Modell als Ambulanzfahrzeug, welches für vier Tragen Platz bieten soll. Es wurden zwei unterschiedliche Prototypen gebaut. Einer mit einem unisolierten Aufbau, einer Heckklappe mit Canvas-Rollo und mit Winde (Identifikation: ARN 106-947),
LP SII RAAMC Türmodell 1.jpg
der andere voll isoliert und mit zwei Türen sowie einem Lufteinlass über der Windschutzscheibe versehen (Identifikation: ARN 106-952). Da von vornherein größere Reifen (9.00x16) geplant waren, wurden in diese Typen längere Stoßdämpfern eingebaut.

Als die britische Behörden die Australier baten, ein paar Tropen- und Hitzetests mit anderen Fahrzeugen durchzuführen, nutze man diese Gelegenheit um die beiden Land Rover Ambulanz-Prototypen und den von Harvester International mitzuschicken. Es wurden Routen ausgesucht die tropische und sumpfige Dschungelpassagen als auch trockene Strecken beinhalteten. Insgesamt wurden ca. 5.000 Meilen in 3 Monaten zurückgelegt. Man versprach sich, dass Schwächen und Fehler so zutage treten würden.
LP RAAMC Serie II Test Ansicht hinten 1.jpg
Es stellten sich deutliche Schwächen mit der original Land Rover Bereifung (7.50x16) auf abschüssigen Strecken heraus, die sich nach der Umrüstung auf 9.00x16 erwartungsgemäß noch verstärkten. Desweiteren wurde die viel zu schwache Lüftung, gerade bei dem unisolierten Modell, bemängelt, die Lage des Auspuffs, der anfällig für Beschädigungen war und zusätzliche Hitze in das Fahrzeuginnere abgab, mangelnder Rostschutz und das schnelle Losrütteln von Fahrzeugteilen waren weitere Kritikpunkte. Zu guter Letzt boten auch die Kotflügel zu wenig Platz, um angesammelten Schlamm und Dreck effizient zu entfernen, was bis zu Problemem bei der Lenkung und einer deutlichen Erhöhung des Rollwiderstands führte.
Durch diese Tests stellte sich heraus, das man wohl zwei weitere Jahre benötigen würde, bis die Ambulanz den Dienst aufnehmen kann. Dem isolierten Modell mit den Hecktüren wurde aufgrund der wesentlichen Vorzüge, sofern die Lüftung noch verbessert würde, der Vorzug gegeben. Die schwachen Fahrleistungen bergab sollten entweder durch eine stärkere Maschine oder veränderten Achsübersetzungen mit Kirkstall Achsen abgestellt werden.
LP RAAMC Serie II Ambulance 1.jpg
Für das Dreckproblem in den Kotflügeln wurden für alle Modelle für die australische Armee spezielle Frontkotflügel entwickelt, die mehr Freiheit boten. Die Ambulanzmodelle erhielten zudem hinten einen rechteckigen Kotflügel mit verbesserter Bodenfreiheit hinter der Heckachse. Da die erwarteten zwei Jahre bis zum Erlangen der Einsatzreife zu lang waren, bestellte man 1960 vorab schon 30 Stück, die dem Prototypen entsprachen. Sie sollten im Juni 1961 geliefert werden. Bis dahin erhöhte sich die Bestellung noch auf 31 Stück. Man ging davon aus, dass eventuelle Umrüstungen, wie z.B. die Kirkstall Achsen später nachgeholt werden können.

Der erste, den Testergebnissen entsprechend, umgebaute Prototyp ging am 12. April 1961 in die zweite Erprobung. Diese ging über 6.000 Meilen und zeigte, dass die vorgenommenen Änderungen zu dem gewünschten Ergebnis geführt hatten.
Ende Juni 1961 wurden dann die ersten 31 Ambulanzfahrzeuge basierend auf der Serie II ausgeliefert. Bis 1967 wurden noch insgesamt 151 Stück in 5 Chargen auf Basis der Serie IIa bestellt und ausgeliefert. Somit ergibt sich inklusive der beiden Testfahrzeuge eine Gesamtzahl von 184 Fahrzeugen des Typs Serie II/IIa. Obwohl anfangs angedacht wurden die Wagen nicht auf Kirkstall Achsen und 9.00x16 Reifen umgerüstet, sondern behielten die Standard Land Rover Technik.
Gute 30 Jahre, bis 1993 blieben diese Fahrzeuge im Einsatz und einige wurden sogar im Vietnamkrieg verwendet. Die ersten 7 Fahrzeuge wurden 1971 ausser Dienst gestellt und für Hilfsprogramme verwendet. 1972 folgten noch einmal 13 Stück, 1974 dann 19, wovon zwei nach Neuseeland verkauft wurden. Über die folgenden Jahre wurde der Bestand immer kleiner, 1/3 der Serie II Modelle blieb noch bis 1991/92 in Dienst und ein paar Jahre später wurden die letzten 2 Serie II und die letzten 7 Serie IIa Ambulanzen ausser Dienst gestellt. Ersetzt wurden die Serie II/IIa Modelle ab 1990 durch das Land Rover 1 Tonnen 6x6 Modell (Perentie).


Grossbritannien

Im Mutterland von Land Rover wurden diese Fahrzeuge selbstverständlich ebenfalls als Ambulanzen genutzt, im Wesentlichen in vier Fahrzeuggenerationen. Die Land Rover Fahrzeuge wurden grösstenteils von Marshall Special Purpose Vehicles (heute Marshall Group) umgebaut. Abnehmer waren die britische und die holländische Armee.
Die erste basierte auf den Serie II und den IIa sowie der Serie III 109" Modellen, die von Mitte 1950 bis Anfang der 1980er Jahre gebaut wurden. Fahrzeuge dieses Types befanden sich bin in die 1990er Jahre im Dienst.
Als Basis für die zweite Generation diente der 101 Forward Control. Diese waren von 1981 bis 1982 getätigte Werksumbauten von 1976 gefertigten, aber ungenutzten Fahrzeugen.
Die dritte Generation nutzen das 127 inch Cassis des 110, also den 130. Der Umbau erfolgte durch Land Rovers Special Vehicles Department.
Generation vier basiert, im Gegensatz zu den Fahrzeugen der dritten Generation, wieder auf einem Land Rover Modell, welches militärischen Spezifikationen folgt, dem XD 130.

1. Generation

Basierend auf dem 109 inch Modell der Serie II, später dann IIa und III boten diese Ambulanzen maximal sechs Bahren und drei Besatzungsmitgliedern Platz. Die Bahren konnten ausserhalb, z.B. auf dem Dach, oder innerhalb zusammengeklappt transportiert werden, um z.B. bis zu sechs sitzende Patienten mitzunehmen. Das System war flexibel. Die Royal Airforce nutze lediglich zwei Bahren in ihren Fahrzeugen.
Die Karosse wurde aus zwei Aluminimlagen mit einer Isolierung dazwischen gebaut.
Um die 1.000 Stück wurden produziert, davon ca. 200 Serie III (ca. 20 davon für die Royal Airforce), die eine Hälfte für das britische Militär, die andere für das niederländische. Letztere gaben ihnen den Spitznamen "Magic Marshalls". Dies rührt daher, dass diese Fahrzeuge auf "wundersame" Art und Weise auf nur wenigen hundert Metern Fahrt durch unwegsames Gelände, aus vier Patienten und einem Besatzungsmitglied fünf Patienten machen konnten.
Die Fahrzeuge wurden später mit Versteifungen ausgestattet, die das starke hin- und her Schwanken bei Kurvenfahrten, welches durch das Gewicht von ca. 2,6 Tonnen und den hohen Schwerpunkt verursacht wurde, eindämmen sollten. Trotz dieser Maßnahme war eine umsichtige Fahrweise nötig, besonders im Gelände. Trotz des abgeschräkten Hecks, welches einen besseren Böschungswinkel brachte, waren die Fahrzeuge, im Vergleich zu den Standard-Land Rover Fahrzeugen, nicht so geländetauglich.
Die Ambulanzfahrzeuge die an die britische Luftwaffe (RAF) gingen, unterschieden sich von den restlichen. An diesen Wagen war vorne ein Rammschutz montiert, sie hatten eine Extra-Innenheizung, die an das Bordnetz angeschlossen war und ein Batterieladegerät an der Schottwand zwischen den Vordersitzen. Die Fahrzeuge waren ständig an eine Stromversorgung angeschlossen, um sie immer Einsatzbereit zu haben, d.h. die Batterien wurden ständig geladen und es wurde eine bestimmte Temparatur im Innenraum wurde gehalten. Sie waren vornehmlich für den schnellen Transport von Verletzten zu medizinischen Einrichtungen auf dem auf dem Flughafengelände und hatten daher weniger medizinische Ausstattung an Bord.

2. Generation

Diese Generation basiert vollständing auf dem 101 Forward Control, welcher auf dem Range Rover basiert und hatte somit auch Schrauben- anstatt Blattfedern. Der große Vorteil dieses Fahrzeugs gegenüber den Ambulanzen auf Serie-Basis war das Platzangebot. Sie ergänzten die vorhandene Flotte. Ursprünglich als Waffenträger für ein 105 mm Maschinengewehr benutzt, wurden sie Anfang der 1980er Jahren zu Ambulanzfahrzeugen umgebaut. Da sie nicht für den Lufttransport vorgesehen waren, konnte man die von Marshall gebauten Ambulanzen nicht zerlegen. Der hintere Aufbau unterscheidet sich deutlich von den Standardfahrzeugen. Ca. 30 cm breiter und höher bot die Kabine Platz für vier Tragen oder mehrere sitzende Personen, sofern die Tragen verstaut wurden.
Die NATO Zugöse fehlte. Das Dach konnte 50 KG Last transportieren. Zugang zum Dach gab es von innen über eine Luke. Der Kabinenaufbau besteht aus einer isolierten Doppelwand. Innen gab es eine Standheizung und Hebevorrichtungen für die Tragen.
Erstmalig fanden sich auch Schutzmaßnahmen gegen ABC Waffen.

Quellen

Weblinks